Stell dir vor: Ein Wunschkunde ist interessiert, will dich kontaktieren – und scheitert am Kontaktformular. Klingt unwahrscheinlich? Passiert öfter, als du denkst und vor allem: du merkst es gar nicht. Und es tut besonders weh, wenn du bedenkst, wie viel Vorarbeit bis zu diesem Moment schon gelaufen ist.
Wie mache ich potenziellen Kunden die Kontaktaufnahme leichter?
Kurzantwort: Frag nur das ab, was du wirklich brauchst, um zu antworten. Das entspricht auch dem Prinzip der Datenminimierung der DSGVO. Jedes zusätzliche Pflichtfeld ist eine kleine Hürde, die abschrecken kann. Der nächste Schritt sollte für Interessenten eindeutig und ohne Nachdenken erkennbar sein.
Kleine Hürden haben nämlich mitunter eine große Wirkung. Bis zur Kontaktaufnahme hat dein Wunschkunde schon einiges in deinem Sinne richtig gemacht: Er hat deine Website gefunden, sich durchgeklickt, dein Angebot verstanden – und ist bereit, den nächsten Schritt zu gehen. Genau in diesem Moment soll nichts mehr schiefgehen. Wird es jetzt kompliziert, klickt er verärgert weg und fragt nicht an. Aber keine Sorge: Das lässt sich mit ein paar gezielten Handgriffen beheben. Die einzige Aufgabe deines Kontaktformulars ist nämlich, die Kontaktaufnahme so easy wie möglich zu machen.
Typische Stolperfallen
Meistens sind es dieselben vier Dinge, die ein Kontaktformular zum Kunden-Abwehrdienst statt zur Einladung machen:
- Zu lange Formulare: 10 Felder und mehr, bevor die Nachricht überhaupt rausgeht – das wirkt schnell wie ein Verhör statt wie eine Einladung.
- Unklare nächste Schritte: Was passiert nach dem Absenden? Meldest du dich, und wenn ja, wann? Ohne diese Info bleibt dein Wunschkunde im Ungewissen.
- Versteckte Kontaktmöglichkeiten: Wenn das Formular erst nach fünf Klicks auftaucht, hat so mancher schon vorher aufgegeben.
- Fehlende Bestätigung nach dem Absenden: Kein „Danke, deine Nachricht ist angekommen“, keine Bestätigungsmail – und dein Wunschkunde fragt sich: Ist das jetzt überhaupt verschickt worden? Genau diese Unsicherheit kostet dich Vertrauen, noch bevor das eigentliche Gespräch begonnen hat.
Wenn gleich mehrere dieser Punkte zusammenkommen, wird aus deinem Kontaktformular ganz unabsichtlich ein schlagkräftiger Kunden-Abwehrdienst – und das ist bestimmt nicht in deinem Sinn!
Datensparsamkeit: weniger ist hier tatsächlich mehr
Es gibt noch einen Grund, warum kürzere Formulare ohnehin die bessere Wahl sind – und der kommt nicht aus dem Marketing, sondern direkt aus dem Gesetz. Die DSGVO verlangt das Prinzip der Datensparsamkeit (offiziell: Datenminimierung): Du darfst im Grunde nur jene Daten abfragen, die du für den jeweiligen Zweck tatsächlich brauchst.
Für ein Kontaktformular heißt das: Name und eine Möglichkeit, dich zurückzumelden – meistens E-Mail oder Telefonnummer – reichen eigentlich locker aus. Alles, was erst im persönlichen Gespräch relevant wird, muss nicht schon vorab abgefragt werden. Wer will, kann trotzdem ein optionales Freitextfeld anbieten, in dem der Interessent freiwillig mehr zu seinem Anliegen schreiben kann, wenn er das möchte. So bleibt das Formular schlank, und wer gleich mehr erzählen will, bekommt trotzdem die Möglichkeit dazu.
Die rechtliche Vorgaben und eine angenehme Erfahrung für deinen Wunschkunden gehen hier also konform: weniger Pflichtfelder, weniger Aufwand, weniger Hürden.
Praxis-Check: dein eigenes Kontaktformular mit den Augen deiner Wunschkunden
Am besten setzt du dich einmal selbst an deinen Computer oder dein Handy und füllst dein eigenes Kontaktformular aus, so wie es ein Interessent tun würde. Achte dabei auf:
- Wie viele Felder muss ich ausfüllen, bevor ich absenden kann?
- Ist sofort klar, was danach passiert?
- Bekomme ich eine Bestätigung, dass meine Nachricht angekommen ist?
Und ein Punkt, der gerne untergeht: Funktioniert das Formular überhaupt noch? Formulare gehören zu den Dingen, die du einmal einrichtest und dann jahrelang nicht mehr anschaust – bis sich ein technisches Update oder eine kleine Störung einschleicht, und Anfragen einfach im Nirwana landen. Ein regelmäßiger Testlauf, zum Beispiel alle paar Monate, gehört deshalb genauso zur Wartung wie ein Blick auf deine übrigen Marketingaktivitäten.
Konkrete Tipps zur Vereinfachung
- Reduziere auf wenige Felder, die du wirklich brauchst.
- Du kannst zusätzlich ein optionales Freitextfeld anbieten, statt mehrere Pflichtfelder für Details.
- Sag klar, was als Nächstes passiert – zum Beispiel: „Ich melde mich innerhalb von 24 Stunden.“
- Richte eine automatische Bestätigungsmail ein, damit niemand im Ungewissen bleibt, ob die Nachricht angekommen ist.
- Teste dein Formular regelmäßig selbst, damit aus einer kleinen technischen Panne keine verlorene Anfrage wird.
Fazit
Ein gutes Kontaktformular fällt niemandem auf – ein schlechtes kostet dich Anfragen, ohne dass du es merkst. Weniger Felder, klare nächste Schritte, eine Bestätigung und ein regelmäßiger Funktionstest reichen oft schon aus, damit einer Anfrage nichts mehr im Wege steht.
Und ja, ich weiß: das ist nicht der besonders kreative und somit attraktive Teil vom Marketing. Aber es ist soooo wirksam und sooo wichtig! Die beste Strategie und deine ganze Sichtbarkeit nützen dir nämlich nix, wenn potenzielle Kunden bei der Kontaktaufnahme verloren gehen. Deshalb: zuerst die Grundlagen, dann die Maßnahmen 😉.
Und übrigens: diese Aktivitäten kosten dich kein Geld, nur ein bisschen Achtsamkeit und Hirnschmalz.
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