Was ist der Marketing-Mix?

| Marketing verstehen

Hast du gewusst, dass die meisten Unternehmer mindestens 75 % ihres Marketingpotenzials ungenutzt liegen lassen? Der sogenannte Marketing-Mix besteht nämlich aus insgesamt 4 wichtigen Elementen, von denen eben oftmals nur eines, nämlich Promotion, genutzt wird – und auch das nur teilweise. Wer sich also ausschließlich mit Social Media beschäftigt, verpasst Chancen, sein Angebot erfolgreich zu positionieren und Wunschkunden zu gewinnen. Deshalb schauen wir uns heute den Marketing-Mix an. Was das ist, welche Elemente dazu gehören und wie du ihn so einsetzt, dass dein Marketing wirklich etwas bewegt.

 
 

Was ist der Marketing-Mix?

Der Marketing-Mix beschreibt alle Stellschrauben, an denen du drehen kannst, um dein Angebot erfolgreich am Markt zu positionieren und Wunschkunden zu gewinnen. Er ist dein strategischer Werkzeugkasten. Spoiler: er besteht aus mehr als nur „Sichtbarkeit“.

Ursprünglich wurde er in vier Bereiche eingeteilt, die sogenannten 4 Ps: Product, Price, Place und Promotion – auf Deutsch: Produkt, Preis, Vertrieb und Kommunikation. Inzwischen gibt es erweiterte Modelle mit bis zu 7 oder 9 Ps. Für die meisten EPU und KMU gilt aber: Für den Aufbau eines soliden Marketingfundaments geben dir die klassischen 4 Ps genug Orientierung und Struktur.

1. Produkt (Product): Was bietest du an?
Klingt banal – ist aber das Herzstück von allem. Dein Angebot ist nicht nur eine Leistung oder ein Produkt. Es steckt weit mehr dahinter: Qualität, Design, Zusatzleistungen, Service und – ganz wichtig – der Nutzen für deine Kunden.

Drei Fragen, die du dir ehrlich beantworten solltest:
• Welches Problem löst mein Angebot konkret?
• Was macht es besonders gegenüber dem Mitbewerb?
• Warum sollte jemand genau bei mir kaufen?

Je klarer du diese Fragen beantworten kannst, desto stärker ist deine Positionierung. Ein Yogastudio, das Yogakurse anbietet, ist austauschbar. Eines mit speziellen Angeboten, z.B. für Frauen mit Rückenschmerzen, bleibt bei der Zielgruppe im Gedächtnis.  

2. Preis (Price): Was kostet es?
Der Preis ist nicht einfach eine Zahl. Er ist ein Signal. Er sagt deinen Wunschkunden, wo du dich am Markt positionierst: ob du dich eher im Premiumbereich bewegst oder günstige Lösungen anbietest. Beides kann richtig sein. Wichtig ist dabei, dass Preis, Angebot und Zielgruppe gut zusammenpassen.

Denk auch an:
• Zahlungsbedingungen (Ratenzahlung, Vorauskasse, etc.)
• Preismodelle: Einzelpreis, Abo, Paketangebote
• Rabattstrategien und wann sie Sinn ergeben

Ein Beispiel aus der Praxis: Wenn du ein ehrlich kalkuliertes, hochwertiges Coaching-Paket anbietest, aber einen „Kampfpreis“ kommunizierst, der sich „billig“ anfühlt, erzeugst du beim potenziellen Kunden im besten Fall Skepsis – im schlechtesten Fall kauft er gar nicht. Dein Preis sollte gut durchdacht, fair kalkuliert und so gestaltet sein, dass du selbstbewusst dahinterstehen kannst.

3. Vertrieb (Place): Wie kommt dein Angebot zum Kunden?
Hier geht es darum, über welche Kanäle du verkaufst und wie einfach der Weg zum Kauf für deine Wunschkunden ist. Online-Shop? Persönliche Beratung? Kooperationspartner? Auch Lieferzeiten, Verfügbarkeit und Zahlungsabwicklung gehören zu diesem Bereich.

Vier Fragen, die du dir stellen solltest:
• Wo ist meine Zielgruppe unterwegs – online und offline?
• Wie unkompliziert ist der Kaufprozess?
• Welche Vertriebskanäle kann ich realistisch und gut bedienen?
• Über welche Kooperationspartner kann ich mein Angebot verkaufen?

Fliesenleger bzw. Handwerker im Allgemeinen erbringen ihre Leistungen direkt beim Kunden vor Ort, aber der Weg zum Auftrag kann sehr wohl digital beginnen: Interessenten, vergleichen und recherchieren, bevor sie einen Auftrag vergeben. Warum also nicht ein Online-Beratungsgespräch im Vorfeld anbieten? Welche Fliesenformate passen zu welchem Raum? Welche Farben und Muster liegen gerade im Trend? Es lohnt sich, dem eigenen Vertriebsweg ein paar bewusste Gedanken zu widmen – die Optionen sind oft vielfältiger als gedacht.

4. Kommunikation (Promotion): Wie machst du auf dich aufmerksam?
Das ist der Teil, den die viele Selbständige, Unternehmer und Gründer als „Marketing“ verstehen – und ja, hier kommt auch Social Media ins Spiel. Aber eben nur als ein Teil davon. Kommunikation umfasst alles, was deine Sichtbarkeit erhöht: Website, Newsletter, Social Media, Inserate, Plakate, PR, Events, Mundpropaganda, Kooperationen, etc.

Was dabei wirklich zählt: Es geht nicht darum, möglichst viel zu kommunizieren – es geht darum, dass die richtigen Menschen verstehen, was du für sie tust und warum du die richtige Wahl bist.

Drei Fragen, die dir dabei helfen:
• Wo informiert sich meine Zielgruppe, bevor sie kauft?
• Welche Sprache spricht sie – und spiegelt meine Kommunikation das wider?
• Welche Kanäle bringen mir wirklich Reichweite oder konkrete Anfragen?

Die 4 Ps des Marketing-Mix. Quelle: Grundlagen des Marketing, Pearson Verlag

 

Warum der Mix entscheidend ist – nicht nur einzelne Teile
Hand aufs Herz: Die meisten Selbständigen starten mit ihrem Angebot und kümmern sich dann um das Marketing, wenn Zeit bleibt. Das Tagesgeschäft hat eben Priorität. Mit der Zeit entsteht so ein Marketing, das keinen roten Faden und damit nicht die optimale Wirkung hat.

Genau deshalb lohnt es sich, den Marketing-Mix einmal strukturiert durchzudenken. Als strategischer Check: Wo greift alles perfekt ineinander – und wo gibt es noch Potenzial?

Fazit: Vier Fragen, die du dir wiederholt stellen solltest
Wenn du dein Unternehmen gründest, ergibt sich der Marketing-Mix quasi von selbst: du entwickelst dein Produkt, gestaltest den Preis, überlegst dir die Vertriebskanäle und wo du für deine Zielgruppe präsent sein willst. Im Lauf der Zeit verändern sich diese Parameter – manchmal mehr, manchmal weniger. Der Marketing-Mix ist keine tägliche Aufgabe. In gewissen Abständen ist es jedoch sinnvoll zu hinterfragen, ob die 4 Ps noch zu dir, deinem Unternehmen und deinem Angebot passen:
1. Ist mein Angebot klar, relevant und für meine Wunschkunden verständlich?
2. Passt der Preis zur Leistung und zu meiner Zielgruppe?
3. Ist der Weg zum Kauf unkompliziert und kundenfreundlich?
4. Erzählt meine Kommunikation die richtige Geschichte – auf den richtigen Kanälen?

Wenn du diese vier Bereiche im Blick behältst, kannst du dein Marketing fundiert,
flexibel und wirksam gestalten –
ohne sinnlos Geld zu verbrennen.

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