Deine Rolle als Unternehmer im Marketing

| Marketing verstehen, Strategie

Hand aufs Herz: Wann hast du zuletzt selbst an deiner Website herumgebastelt, ein Layout gestaltet, ein Bild bearbeitet oder dich mit SEO herumgeschlagen? Und wie viel Zeit ist dabei draufgegangen?

Viele Unternehmer verwechseln „sich um ihr Marketing kümmern“ mit „ihr Marketing selbst umsetzen“. Verständlich – das Tagesgeschäft fordert eh schon die ganze Aufmerksamkeit, also wird schnell selbst Hand angelegt. Das Ergebnis: Du verbringst Stunden mit Dingen, die eigentlich gar nicht deine Aufgabe sind – und für deine eigentliche Aufgabe bleibt dann keine Zeit mehr über. Aber was genau ist denn deine Aufgabe im Marketing als Unternehmer?

Was ist deine Rolle als Unternehmer im Marketing?

 

Kurzantwort: Deine Rolle als Unternehmer im Marketing ist die Planung, Steuerung und Erfolgsmessung deiner Maßnahmen. Die operative Umsetzung – Website, Grafik, Text, SEO, etc. – kannst du an Profis auslagern.

Deine Aufgabe im Marketing: planen, steuern, messen

Als Unternehmer bist du nicht dazu da, jede einzelne Marketingmaßnahme selbst umzusetzen. Deine Aufgabe ist eine andere: die Richtung vorgeben (planen), entscheiden, was wann passiert und wer was macht (steuern), und die Ergebnisse beobachten und beurteilen, was die umgesetzten Maßnahmen überhaupt bewirkt haben (messen).

Das ist deine ureigene Führungsaufgabe. Die kann dir niemand abnehmen – keine Agentur, kein Tool und schon gar keine KI. Und ich finde: das solltest du dir auch nicht abnehmen lassen – schließlich geht es ja um DEIN Unternehmen. Natürlich kannst du dir auch für diese strategischen Entscheidungen Unterstützung holen – damit du dir realistische Ziele setzt, zuverlässige Dienstleister engagierst und weißt, welche Kennzahlen du dir in welchen Abständen anschauen solltest.

Was delegierbar ist – und was nicht

Die Website bauen, Layouts und Grafiken gestalten, Texte schreiben, SEO: Das ist Umsetzung. Und Umsetzung kannst du auslagern – dafür gibt es Profis.

Ich hab darüber erst vor kurzem mit einer Webdesignerin gesprochen. Ihre Erfahrung: viele Unternehmer wollen ihre Website immer noch am liebsten selber bauen – um Geld zu sparen. Was ihnen dabei nicht bewusst ist: Wie viel Zeit sie das kostet. Ich finde, als Unternehmer muss man sich sehr bewusst darüber sein, wie man die eigene kostbare Zeit möglichst effizient nutzt – Stichwort „selbst und ständig“, ich bin sicher, du kennst diesen Spruch 😉. Ich persönlich sehe die Prioritäten bei der Kundenbetreuung bzw. bei der Kundengewinnung – schließlich kommt dort das Geld rein, das das Unternehmen am Laufen hält.

Und ganz ehrlich: selbst wenn du dich noch so gut in die Materie einarbeitest, kommst du nie an das heran, was ein Profi mit viel Erfahrung und den passenden Tools aus deinem Projekt rausholen kann. Egal ob’s um die Website geht, die Grafik oder den Text. Oder um SEO, das ist auch ein beliebtes Spielfeld für Unternehmer, die lieber nichts aus der Hand geben wollen. So lässt du wertvolles Potenzial für deinen Außenauftritt liegen und vergeudest deine kostbare Zeit, anstatt sie mit (zahlenden) Kunden zu verbringen.

Apropos Text: Aktuell ist die Versuchung besonders groß, Texte einfach der KI zu überlassen. Aber wenn du dich nur oberflächlich damit beschäftigst und die KI nicht wirklich – und ich meine WIRKLICH (!!!) – gut briefst, kommt nur austauschbarer KI-Slop dabei raus – der dich als Unternehmer keinen Millimeter weiterbringt. Auch das ist aus meiner Sicht Zeitverschwendung.

Was du also definitiv nicht auslagern kannst, sind Entscheidungen: Wohin soll deine Reise überhaupt gehen? Was bietest du deinen potenziellen Kunden an? Passt die Botschaft zu deinem Angebot und zu deinen Werten? Bringt dich diese Maßnahme wirklich weiter, oder geht es nur um einen weiteren Trend oder „the next shiny object“? Diese Fragen gehören zu deiner Rolle – und hier ist deine Zeit gut investiert.

Sparen am falschen Platz

Ich verstehe den Spargedanken. Aber ehrlich: Marketing funktioniert zwar auch mit kleinen Budgets, aber ganz ohne jedes Budget wird es – besonders in Zeiten wie heutzutage – extrem schwierig, wirklich Fortschritte zu erzielen. Nehmen wir ein Beispiel: ich möchte ein Schuhgeschäft eröffnen. Ich miete also ein Geschäftslokal. Und dann kaufe ich keine Ladeneinrichtung, habe keine Regale, keine Sitzgelegenheiten, kein Kassenpult, keine Kassa und stelle keine Schuhe aus. Wie erfolgreich wird mein Schuhgeschäft auf diese Weise wohl werden (können) 😉?

Ich finde, dass der Start ins eigene Business eine (überschaubare) Investition wert sein muss. Schon ganz am Anfang nichts zu investieren ist aus meiner Sicht der falsche Ansatz und sparen am falschen Platz.

Wenn wir nun bei unserem Beispiel vom Schuhgeschäft bleiben: aus dem Spargedanken heraus baue ich jetzt die Ladeneinrichtung selbst, bastle Regale und Sitzgelegenheiten, programmiere das Kassenprogramm und agiere als mein eigener Steuerberater. Wenn ich bedenke, wie lange ich brauchen werde, bis ich mir auch nur jeweils das oberflächlichste Know How angeeignet habe, kann ich mein Schuhgeschäft vielleicht schon in drei Jahren eröffnen. Das bedeutet: drei Jahre kein Umsatz. Wirklich eine gute Idee?

Als Unternehmer wirst du im Lauf der Zeit immer wieder vor der Frage stehen, Geld in bzw. für dein Unternehmen zu investieren. Investitionen gehören zum Unternehmertum einfach dazu – mit dieser Tatsache solltest du dich anfreunden, wenn du dich für die Selbständigkeit entscheidest. Aber zurück zur Rollenverteilung.

Du bist Kapitän

Stell dir dein Marketing wie ein Boot vor. Es gibt Leute, die rudern – das sind die operativen Umsetzer. Und es gibt eine Person, die steuert: die die Richtung im Blick hat, den Kurs korrigiert, wenn’s nötig ist, das Tempo vorgibt, den Ruderern die Ansagen macht und weiß, wo das Boot überhaupt hin soll.

Genau diese Rolle ist deine. Wenn du selbst ruderst, statt zu steuern, wird das Boot den Kurs nicht halten können. Und ganz egal, wie kräftig du ruderst: alleine kannst du nie dasselbe Tempo erreichen, wie mit einem Team – auch wenn es sich dabei um externe Dienstleister handelt – das mit dir sprichwörtlich am selben Strick in dieselbe Richtung zieht.  

Steuern heißt auch messen

Zum Steuern gehört untrennbar dazu, dass du weißt, ob du überhaupt (noch) auf Kurs bist. Ohne einen Blick auf die Zahlen – was funktioniert gut, was weniger gut – tappst du in Bezug auf die Erfolgsmessung im Dunklen. Welche Zahlen du dir konkret anschauen solltest, ist ein eigenes Thema, dem ich mich in einem der nächsten Beiträge widmen werde. Aber keine Angst, so viele sind das nicht. Und: diese Analyse dient nicht dazu, dir das Leben schwerer zu machen, sondern ausschließlich dazu, dir deine Entscheidungen basierend auf Zahlen, Daten, Fakten leichter zu machen.

Meine Erfahrung aus über 25 Jahren im Marketing

Wenn du vielleicht schon meinen Artikel über die passenden Dienstleister gelesen hast, kennst du meine Ansichten zu diesem Thema bereits – falls du ihn noch nicht gelesen hast, lege ich ihn dir hiermit wärmstens ans Herz. Aufgaben auszulagern, die du nicht zwingend selbst erledigen musst, ist ein echter Game Changer.

Warum ich dir das empfehle, hat einen simplen Grund: es ist meine eigene, persönliche Erfahrung aus mehr als 25 Jahren im Marketing. Lang bevor es um die strategische Ausrichtung gegangen ist, waren meine eigenen Anfänge (lang, laaaang ist es her) in der Gestaltung von Layouts von Broschüren und Texten aller Art. Auch einige Website-Relaunches habe ich live miterlebt – damals ein unfassbarer Arbeitsaufwand. Die Texte sind geblieben: das Schreiben liegt mir im Blut, sonst gäbe es ja auch diesen Blog nicht 😉. Von der Gestaltung habe ich mich schon vor langer Zeit verabschieden müssen – auch wenn mir das schwergefallen ist, weil ich diese kreative Arbeit liebe – es ist ein Zeitproblem und ich habe mich für andere Prioritäten entschieden (und es bis heute nicht bereut).

Fazit

Deine Rolle als Unternehmer im Marketing ist nicht, jede einzelne Maßnahme selbst umzusetzen. Deine Aufgabe ist es, zu planen, zu steuern und zu messen, den Kurs zu halten oder zu korrigieren, also die Führungsrolle auszufüllen, die dir niemand abnehmen kann.